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> Solo, 2002, Seealpen, zum vierten.....
Sugus
Beitrag 17.01.2010 - 12:47
Beitrag #16


Troy B.
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ZITAT(Michael 55 @ 15.01.2010 - 22:52) *
Sag, mal Dani, sind alle Berner solche Großmäuler?



Nein Michael.... in der Regel sind die Berner eher langsam und bedächtig....

Von uns Zürchern sagt man, dass wir Grossmäuler sind...

Schöner Reisebericht..... bringt mich in Gedanken zurück zur Alpenchallenge...., nicht die Schotterpisten,
aber die Abschnitte über die grössen Pässe.

Gehts bald weiter?

Gruusssugus


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Michael 55
Beitrag 17.01.2010 - 13:15
Beitrag #17





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Nette Signatur, Dani. laugh.gif

....bald geht's weiter. Habe eben noch mal Korrektur gelesen und einiges geändert.
Jetzt juckt es wieder in den Fingern.... wink.gif

Michael
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Sugus
Beitrag 17.01.2010 - 13:46
Beitrag #18


Troy B.
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ZITAT(Michael 55 @ 17.01.2010 - 13:15) *
Nette Signatur, Dani. laugh.gif



Irgend eine Reaktion musste ja kommen...... tongue.gif

Gibt es schon duftende Bildschirme? biggrin.gif biggrin.gif

Grusssugus


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Mors Certa Hora Incerta
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Schrammi
Beitrag 17.01.2010 - 14:32
Beitrag #19


(-; ~el presidente~ ;-)
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ZITAT(Sugus @ 17.01.2010 - 13:46) *
Gibt es schon duftende Bildschirme? biggrin.gif biggrin.gif

Grusssugus

Gott sei Dank nicht. laugh.gif


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Bollergruß Schrammi mit MultiLalaKulti und 996

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DUCDUC
Beitrag 17.01.2010 - 14:39
Beitrag #20


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Schöner Brezel, Dani.... ph34r.gif


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Michael 55
Beitrag 18.01.2010 - 20:29
Beitrag #21





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Lecker Sugus!
Bringst du zum Forumstreffen wieder welche mit? rolleyes.gif
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isierien
Beitrag 18.01.2010 - 21:34
Beitrag #22


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ZITAT(Michael 55 @ 18.01.2010 - 20:29) *
Lecker Sugus!
Bringst du zum Forumstreffen wieder welche mit? rolleyes.gif


hauptsache es gibt auch wieder waschbären die die dinger essen laugh.gif laugh.gif laugh.gif. so aber nun bitte weiter im text......

ciao
silvio


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danke casey # 27 wir sind weltmeister gewesen
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Michael 55
Beitrag 21.01.2010 - 13:23
Beitrag #23





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Wie auf des Messers Schneide, so schwingt sich die Testa dell' Assieta auf den Scheid der Berge zwischen dem
Valle di Susa und dem Val Chisone.
Nicht ein Baum, nicht ein Strauch unterbrechen die Monotonie der Landschaft. Allein Schafe werden hier glücklich sein.
Jetzt bin auch ich ganz ruhig geworden, jede Anspannung ist weg. (Ein Schaf?)
Totale Stille. Der stärker werdende Regen zwingt mich, vom Jet- zum Integralhelm umzusteigen.
So pötteln wir den leichten Schotterweg zum Einstieg zur Assietta durch die großen, weißen Nebelfetzen.
Auf einmal kommen aus dem Dunst helle Lichtpunkte auf uns zu: Zwei Endurofahrer auf leichten KTM-Zweitaktern halten bei uns an;
Österreicher, die mir berichten, dass es unmöglich sei, die Assietta zu fahren. Fahrer wie Kräder sind dermaßen mit Dreck verziert,
dass es nicht vieler Worte bedarf, mir klar zu machen, was offentsichtlich ist: Wenn diese beiden Enduristen es nicht schaffen,
die aufgeweichte Strecke zu fahren, so ist es uns, beladenes Kuhchen plus Fahrer, unmöglich.
Sie würden wieder nach Susa fahren - da stehe ihr Sprinter, mit dem sie die Enduros hierher gebracht hätten.
Der Urlaub sei eine einzige Enttäuschung....

Viel habe ich den Beiden nicht zu entgegnen. Hier regnete es seit Wochen, entsprechend sehen die Pisten aus.
September 2002. Wenn ich jetzt darüber nachdenke, hätte ich wohl ein Jahr warten sollen.
Scherz beiseite. Zurück zum Geschehen.

Wir verabschieden uns, das Zweitaktgeschrei ihrer Kati's wird bald vom Nebel verschluckt - und ich greife mir erst einmal
den Michelin-Atlas. Seite 141. Runter ins Tal bei Fenestrelle.
Kaum unterwegs, schießt mir der Gedanke durchs Hirn, dass wir doch ein unverschämtes Glück gehabt haben, den beiden
Österreichern begegnet zu sein. Stellt Euch vor, verehrte Leser, wir wären tatsächlich mit unseren 300 Kilo,- auf BT45 -
die Passstraße gefahren. Wir hätten uns in Matsch und Dreck eingegraben und das bei 2500 Metern. Am Nachmittag
im September, bei Regen. Im Nebel. Auf der 36 Kilometer langen Strecke.
Da Ihr mich nie kennen gelernt hättet, würdet ihr das hier auch nicht lesen können!
Wäre doch schade, oder?
Ähh, zurück zu meinen Gedanken und, letztendlich, zu meinem Reisebericht.
Diese Schotterpiste in das Chisonetal stellt keine besondere Herausforderung dar - schön geschwungen, schmal und toll gelegen -
gibt sie mir Gelegenheit, mich ein wenig umzuschauen. Ein altes Militärfort kommt da gerade recht.
Mit der Spiegelreflex bewaffnet, erkunde ich das Gelände. Ich traue meinen Augen nicht: Wie ein Gürtel zieht sich ein
Festungsband hinunter ins Tal. In Fenestrelle türmt sich dann diese Anlage zu einem wahren Gebirge auf. Rechts ab,
nach Sestriere. Es wird dunkel, "blaue Stunde", der Regen wird zur Sintflut. Schwarz und nass glänzt das Teerband der S23.
Es hämmert so heftig auf den Helm, das ein brummender Grundton zu hören ist. Ich fahre automatisch. "Es" fährt...
Als wolle sich mein Hirn abkoppeln, sucht es sich eine Beschäftigung: Musik hören.
An der Auswahl kann ich nichts. Es ist ein uraltes Stück von Jack Bruce. "Theme for an imaginary western."
Das Kuhchen gleitet über die leere Straße, ich gehe mit den Füßen auf den Rasten mit, wackele rythmisch mit dem Oberkörper.
Laut ertönt meine Stimme (Gut, dass mich keiner hören kann):

O the sun was in their eyes
and the desert that dries
in the country towns
where the laughter sounds. ....der Refrain, weiter...
Oh the dancing and the singing
O the music when they played.......

Somtimes they found it
Sometimes kept it
Often lost it on the way
Fought each other to possess it
Sometime died in sight of day.

O the sun was in their eyes......

Die BMW und ihr singender, wippender Fahrer brausen weiter durch den Regen.
Da taucht vor uns Sestriere, diese seelenlose Skienklave auf. Niemand und nichts ist auf der Straße.....
Kilometer für Kilometer nach Frankreich, den Col de Montgenevre, dem Tor nach Briancon, Europas höchster Festung.
Wir fahren kurzentschlossen durch das Porte Dauphine in die Oberstadt. Der kleine Platz der sich vor uns auftut, ist von
Autos und Motorrädern zugestellt, da durch fahrend, schaue ich kurz auf - und direkt in das Gesicht des jungen Deutschen
vom Col du Mont-Cenis.
Gleich dort, da wo wir uns befinden, hat er ein Doppelzimmer ergattert und ist froh in mir noch jemanden gefunden hat,
mit dem er sich die Kosten teilen kann. Was habe ich doch ein Glück. Er hilft mir gleich, das treue Kuhchen vom Gepäck
zu befreien und schleppt mit mir das nasse Zeug ins Haus.
Das Labyrinth von Knossos kann nicht schlimmer sein. Durch Flure und Gänge, treppauf, treppab, führt der Weg,
bis wir in einem Zimmer im Dach gelangen. So heiß habe ich noch nie geduscht.....

Briancon, Sonntag im September.
Stahlblau ist der Himmel und die Sonne lacht. Heute lerne ich Briancon kennen, immer bin ich nur durchgefahren, einmal, 1985,
lernte ich den Camping Municipal kennen, der voller Motorradfahrer war.
Motorradfahrer abends auf dem Campingplatz! Das ist etwas ganz besonderes. Lagerfeuer, Bier oder Wein und Benzingespräche.
Was wird da gelacht und gescherzt, herrlich.
Äh, zurück....sorry!

++++Kleine Randnotiz++++Kleine Randnotiz+++++Kleine Randnotiz+++++Kleine Randnotiz+++++

Briancon 11038 Einwohner

Am Schnittpunkt der vier Täler des Brianconnais, nahedem nach Italien führenden Paß von Montgenevre gelegen,
rühmt sich Briancon, die höchste Stadt Europas zu sein (1321m). Aus dieser Lage erklärt sich die große strategische
Bedeutung, die Briancon immer hatte, einst aus militärischer Sicht, heutzutage für die Touristen und Skifahrer....
...Die von der Zitadelle überragte Oberstadt umschließt ein von Vauban entworfener Festungswall, dem sie den Namen
Briancon-Vauban verdankt. Dem Besucher präsentiert sie sich mit ihren engen, steilen Gassen noch immer wie zu
Zeiten Ludwigs XIV.*

Ende der kleinen Randnotiz

Lesen, spazieren, essen, ein Kaffee - das sind die Beschäftigungen dieses Tages. Ich habe mein treues Roß nicht eines
Blickes gewürdigt. Am Nachmittag, es zogen Schäfchenwolken auf, setze ich mich auf die Festungsmauer um wie ein Kind mir
vorzustellen, welches Tier sich in der Gestalt der Wolken wohl verbirgt. Der Sonnenuntergang war unbeschreiblich schön.
Mit zwei Engländern zusammen gingen mein junger Zimmergefährte und ich am Abend Essen.
Ich radebrecher mir einen ab und erst mit Zuhilfenahme leckerem Rotweins kriege ich eine ordentliche Unterhaltung zustande.
Beim Betreten des Hotels komme ich an mein braves Gefährt vorbei und sage leise zu ihm:
"Morgen! Morgen werden wir uns weiter auf die Reise begeben."
Gut habe ich auch in dieser zweiten Nacht in Briancon geschlafen.
Gegen drei Uhr weckte mich heftig prasselnder Regen, der auf das Schrägfenster trommelte.
Ich schlief wieder ein......

Wie es weiter geht?
Bald!

Euer Michael wink.gif

*Michelin Reiseführer "Französische Alpen"

Der Beitrag wurde von Michael 55 bearbeitet: 01.02.2010 - 00:08
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DUCAMAT
Beitrag 22.01.2010 - 10:32
Beitrag #24


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Weiter !!!


Ich krieg Fernweh.........................

ciao DUCAMAT


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isierien
Beitrag 22.01.2010 - 11:41
Beitrag #25


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moin michael,

immer wieder sehr schön zu lesen biggrin.gif . ich hoffe du kannst mir noch mehr wintertage damit versüßen.

ciao
silvio


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Michael 55
Beitrag 22.01.2010 - 13:30
Beitrag #26





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Was habe ich lang gebraucht das Kuhchen zu beladen!
Spät war es also geworden, bis wir uns durch das Stadttor fahrend, von der Oberstadt verabschiedeten.
Als hätte das Wetter eine Auszeit genommen, um jetzt haargenau so garstig zu uns zu sein wie bei unserer Ankunft in Briancon,
regnete es. Die Straßen sind hier heller als in Italien......
Tanken, dann nehmen wir Kurs auf das kleine Tal der Cerveyrette und des Izoard, das uns nach Süden, zum Col d' Izoard (2360m) führt.
Schnell verfallen wir, trotz der nassen Straße, in einen Kurvenrausch. Lange führt die Passstraße durch eine bewaldete Landschaft.
Erst kurz unter dem Gipfel wird es kahl und sandig: Wir sind in den "Geröllalpen", die eher an die Wüste erinnern, als an Westeuropa.
Wir passieren das Refuge Napoleon und später den Obelisken, der die Höhe markiert.
Ihm zu Füssen stehen zwei Motorräder deren drei Fahrer zu mir hinüber schauen. Ich hebe die Linke, deute zum Himmel und mache
eine Wegwerfende Bewegung. Sie winken mir nach, als das Kurvengewühl uns aufnimmt.
Nach einigen schönen Serpentinen passieren wir das Casse Deserte, diese grandiose Stein- und Sandwüste, die der aufmerksame
Leser aus meinem ersten Bericht "Lange ist es her" schon kennt. Bremsung, in eine der Parknischen um ein Photo zu schießen.
Da kommen auch schon zwei einzelne Scheinwerfer auf uns zu.
Ich gehe zur Seite, um ihnen ein Halten zu ermöglichen. Vornweg bleibt dann auch eine Honda Seven Fifty stehen, gefolgt von
einer Suzuki Bandit. Der Fahrer der Honda heißt Richard, der Sozius ist sein Sohn. Der junge Suzi-Reiter macht seine erste Tour
durch die Berge und heisst Christian. Richard ist offensichtlich der Bärenführer. Wir sind uns auf Anhieb sympathisch.
Da ich eigentlich, ganz gegen meine Natur, planlos durch die Gegend daddel, stimme ich Richard sofort zu, ans Meer zu fahren.
Immer hinter Richard her, Ziel Menton.
Schnell hat sich eine Reihenfolge herausgearbeitet, mein Kuhchen und ich in der Mitte.
Ich habe schon einige wirklich Schnelle auf der Alpenpiste kennen gelernt, auch unser Dani gehört dazu -
aber Richard ist was ganz Besonderes. Eine Seven Fifty hat 74 PS, in den Bergen vollkommen ausreichend, diese aber trug
zu den beiden Passagieren auch noch eine Menge Gepäck. Ein Vier-Mann-Zelt, Koffer, Tankrucksack, Grill, Campingtisch und
Stühle. Das Teil lag wie ein Brett! Und was macht Richard? Er dreht dermaßen am Gasgriff, da kam ich aus dem Staunen
nicht heraus. Unser junger Freund auf seiner weinroten, nagelneuen Suzuki Bandit 600 hielt sich weise heraus, so dass die kleine
Kolonne immer auseinander gerissen wurde. Ergo hielten wir ab und zu an, um ihn wieder "einzusammeln".
Es lief alles ohne Hektik oder Aggression ab, selten habe ich mich in einer solchen Fahrerharmonie wieder gefunden.

Ins Queyras, nach Guillestre. Immer noch Regen, vielleicht wachsen mir schon Schwimmhäute?
Dunkel ziehen die Wolken über uns, vom blauen Himmel des Vortages ist nichts mehr zu sehen.
Es ist unangenehm kalt...
Über den Col de Vars (2109m) geht es in das Tal der Ubaye. Nach Jausiers, zur altbekannten Tanke.
Da stehen wir nun: Drei Motorräder und ihre schnatternde Besatzung. Wir sind Alle doch sehr aufgeräumt.
An der alten Villa vorbei. Ziel ist, wieder einmal, der Col de la Bonette (2802m).
Eigentlich müsste ich ja schon genügend Photos von dieser Strecke gemacht haben, trotzdem halte ich ab und zu an,
um ein weiters zu knipsen. Da wiederholt sich immer das gleiche Muster: Richard enteilt, während ich photographiere
fährt Christian vorbei. Auf die Mühle, Gas! Irgendwann ziehe ich an Christian vorbei, Richard jagen.
Der lässt aber permanent das Gas stehen, also muss ich mich mit Aufholen bescheiden. Nächstes Photo, gleiches Procedere....
Dem La Bonette ist der Restefond vorgelagert, ganz so wie dem Galibier der Telegraphe.
In der Höhe etwa, zerreißt es mich fast: Wieder mal auf der Jagd nach Richard, Christian ist schon kassiert,
kommt eine enge Rechtskurve, deren Kurvenausgang über einen Hang führt und deswegen nicht mehr zu sehen ist.
Zu sehen ist aber ein Weg zu einem kleinen See, der praktisch spitzwinklig, quasi "optisch geradeaus", nach links die
Straße verlässt. Für einen kurzen Augenblick folgen meine Augen nicht mehr dem Verlauf der Kurve, sondern diesem Weg zum
See. Hosianna in der Höhe! Das wir hier nicht Böse geparkt haben, ist für mich heute noch unverständlich.
"Roar!" Das war Christian auf seiner Bandit! Der ist wieder vorbei. "Hinterher!"
Endlich sind wir oben, auf dem La Bonette. Am Passstein, der an den Bau um 1860 erinnert. Trotz des schlechten Wetters -
ein bisschen Graupelschauer gefällig? - stehen eine Menge Motorräder da rum. Ich muss zu Eurer Enttäuschung gestehen,
dass sich nicht eine Ducati darunter befand, sondern nur die üblichen Verdächtigen.
Ich erspare mir deren Aufzählung. Markenrassismus ist wirklich SCHEISSE!!
Wir plauschen mit einer Horde Japaner, die völlig überwältigt sind von dieser Reise, da fällt mir Richards verzerrtes Gesicht auf.
Beim Einparken seiner Honda in die Reihe der schon stehenden Maschinen ist ihm die Fuhre fast umgefallen, so dass er mit dem linken
Bein versuchte, die schwere Maschine abzufangen. Manöver gelungen, Fuß verstaucht oder gar gebrochen.
Die Hilfsbereitschaft unter der Zunft war wieder einmal bemerkenswert, verehrte Leser!
Richard ist schon ein harter Hund: Weiter geht es, wieder in bekannter Reihenfolge, den Paß hinunter in das Tal der Tinee.
Endlos schwingen wir Kurven, bis wir endlich "unten" sind. Die D2205 ist in den letzten Jahren großzügig ausgebaut worden,
sprich langweilig für Motorradfahrer. Das Tal weitet sich, die Zivilisation mit ihrer sehr angenehmen Infrastruktur nimmt uns auf.
Richard hält sich großartig, an jeder Ampel, der Tankstelle, an jedem Peagehäuschen glaube ich den Schmerz zu fühlen, wenn
er mit den Beinen runter muss.
Warm wird die Luft, die Wolken spärlicher, blauer Himmel tut sich im Süden auf.
Bald sind wir da! Wir müssen noch ein Stück Autobahn mitnehmen, da taucht die Sortie "Menton" auf.
Die mit Fahrzeugen überquellende Straße nimmt uns auf, führt uns Mitten in die Stadt.
Richard biegt links ab - Christian und ich hinter her - um sofort rechts in eine Seitenstraße zu fahren.
Mittlerweilen bin ich nassgeschwitzt. Fleecepulli, lange Unterhose und Winterhandschuhe waren vor 100km noch
absolut notwendig, hier, faktisch im Sommer angekommen, erwiesen sie sich als unangebracht.
Aber beschwere ich mich? Da wäre ich ja blöde!
Richard steuert einen steil nach oben führenden Weg an, der uns direkt zum Eingang eines Campingplatzes bringt.

Kurze Zeit später stehen die Zelte und die Motorradklamotten dampfen hängend in der Sonne.
Nur mit einer Turnhose bekleidet bewege ich mich bei ca. 30 Grad Celsius über den Campingplatz, andere Motorradfahrer
besuchend. Nicht wenige sind schon länger hier, das sieht man leicht am Sonnenbrand - und Alle waren aus den Bergen
geflüchtet.
Gleich gehen wir im Meer baden......

Wie geht es weiter?
Was ist mit Richards Fuß?
Ausritte ins Hinterland. ...davon im nächsten Kapitel.


Michael wink.gif

Der Beitrag wurde von Michael 55 bearbeitet: 01.02.2010 - 00:07
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Sugus
Beitrag 22.01.2010 - 18:08
Beitrag #27


Troy B.
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ZITAT(Michael 55 @ 22.01.2010 - 13:30) *
Ich habe schon einige wirklich Schnelle auf der Alpenpiste kennen gelernt, auch unser Dani gehört dazu -



Ich fühle mich geehrt.....

Dein Bericht lässt mich in Erinnerungen der letzten Alpenchalleng schwelgen....

Grusssugus

PS: Wann wirds wieder Sommer???


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Michael 55
Beitrag 22.01.2010 - 18:08
Beitrag #28





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++++Kleine Randbemerkung+++++Kleine Randbemerkung+++++Kleine Randbemerkung++++

...die Musik im meinem Kopf während der Regenfahrt nach Briancon:

http://www.youtube.com/watch?v=eszCRHkI9zA...=PL&index=1

"Theme for an imaginary western" von Jack Bruce. Album: "Songs for a tailor", 1969.
Mit Jon Hiseman, drums; Chris Spedding, guitar; Dick Heckstall-Smith, tenorsax....und Andere.
Die Verbindung zu "Colosseum" zeichnet sich ab.
"Greenslade" hat auf seinem Album "Spyglass Guest" sich 1974 des Stückes noch einmal angenommen:
Eine erstklassige Interpretation!
Der komplette Text:

When the wagons leave the city
for the forest and further on
Painted wagons of the morning
dusty roads where they have gone
Somtimes travelling through the darkness
met the summer coming home
Fallen faces by the wayside
looked as if they might have known.

O the sun was in their eyes
and the desert that dries
in the country towns
where the laughter sounds.

O the dancing and the singing
O the music when they played
O the fires that they started
O the girls with no regret
Somtimes they found it
Somtimes kept it
Often lost it on the way
Fought each other to possess it
Somtimes died in sight of day.

O the sun was in their eyes
and the desert.....

*****

Lyrics by Pete Brown

Ende der kleinen Randbemerkung


Euer Michael wink.gif

Der Beitrag wurde von Michael 55 bearbeitet: 24.01.2010 - 13:37
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Sugus
Beitrag 22.01.2010 - 18:46
Beitrag #29


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Ist nix für mich......

Um so richtig in den Flow zu kommen, brauche ich was härteres.....

http://www.youtube.com/watch?v=5uXu067MTqI

sowas zum Beispiel.....

oder http://www.youtube.com/watch?v=_aIhh9nFYv4


das kommt auch gut: http://www.youtube.com/watch?v=cmWKJlahO_M

Grusssugus


PS: Den Bonette bin ich auch schon frühmorgens so gefahren: http://www.youtube.com/watch?v=S2q-gWMAGjw aber volle Lautstärke...


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Michael 55
Beitrag 23.01.2010 - 04:55
Beitrag #30





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Tja, Dani:
Über Musik streite ich mich mit meinem Hirn nicht. Absolut sinnlos!
Gibt sonst wieder Löcher im Thalamus..... rolleyes.gif

1.)....in meinem Land nicht verfügbar. Kein Kommentar.
2.)....Paranoid....ja, das passt zu Deiner Fahrweise.
3.) ZZ Top. Huch. Nur beim Bier! wacko.gif
4.) Den Bonette hoch mit Ravel's Bolero! Das hat Stil! Hundert Punkte, mein Freund! laugh.gif

Michael wink.gif
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Vereinfachte Darstellung Aktuelles Datum: 21.10.17 - 07:01